Ostern bis Pfingsten
Heiliges Grab in der Franziskanerkirche in Schwaz

Im Neuen Testament heißt es: "Josef von Arimathäa kaufte ein Leinentuch, nahm Jesus vom Kreuz, wickelte ihn in das Tuch und legte ihn in ein Grab, das in einen Felsen gehauen war. Dann wälzte er einen Stein vor den Eingang des Grabes" (Mk 15,46). Die Gläubigen im Abendland errichteten Kopien von bedeutenden Stätten des Heiligen Landes oder stellten sich solche Stätten bildlich vor, so auch die Grabeskirche Christi und das Grab. Die Nachbildungen hatten den Charakter von Reliquien, sodass jeder dieselben Gnadenerweise erhoffen konnte.

 

Vor allem im Barock des 17. und 18. Jh. waren die Hl. Gräber in Tirol eine weit verbreitete Einrichtung geworden, denn hier konnten die Künstler ihren Phantasiereichtum sehr gut ausleben. Prachtvolle Heilige Gräber finden sich etwa in der Franziskanerkirche Schwarz (Christoph Anton Mayr, 1764) und der Pfarrkirche Schönberg (Johann Joachim Pfaundler), aber auch in zahlreichen anderen Kirchen.

Kaiser Joseph II. verbot die Heiligen Gräber, jedoch wurde das Verbot wenige Wochen nach seinem Tod wieder aufgehoben. In der Folge wurden alte Gräber wieder aufgestellt und neue geschaffen.

Die Liturgiereform von 1956 in Verbindung und Kostenüberlegungen seitens der Ortskirchen führten nahezu zum Verschwinden der Hl. Gräber, jedoch ist seit den 80er Jahren in ganz Tirol eine Entwicklung zur Wiederbelebung zu beobachten.

 

http://volkskunde.uibk.ac.at/Infoservice/Braeuch e/hgraeber.html

Heiliges Grab in der Pfarrkirche Thaur
Heiliges Grab in der Pfarrkirche Patsch
A. Prock (2011)

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Heiliges Grab Franziskaner Schwaz - Fotoshow
Heiliges Grab in der Pfarrkirche Thaur - Fotoshow
Heiliges Grab in der Pfarrkirche Patsch - Fotoshow