Altstadthäuser

Die Gassen der Altstadt

Altstadt - Gassen Kiebachgasse Kiebachgasse Seilergasse Seilergasse Seilergasse Hofgasse Pfarrgasse Badgasse Herzog-Friedrich-Straße Herzog-Friedrich-Straße Riesengasse Schlossergasse Schlossergasse Schlossergasse Stiftgasse Stiftgasse Innrain Marktgraben Burggraben Herzog-Otto-Ufer Herrengasse Rennweg

Die heutigen Straßenzüge Marktgraben, Burggraben, Rennweg, Herrengasse, Herzog-Otto-Straße und Innrain zeigen noch deutlich den Verlauf der Stadtmauer bzw. des Stadtgrabens. Entlang der Herzog-Otto-Straße und eines kleinen Stücks des Innrains direkt westlich der Innbrücke bildete der Inn die Begrenzung. 

Innerhalb der Stadtmauern waren die Herzog-Friedrich-Straße (von Süden betrat man die Stadt, Knick vor dem Goldenen Dachl in Richtung Innbrücke) und die Hofgasse (in Richtung Amras und Saggen) die Hauptverkehrswege. Die Kiebachgasse bot eine Entlastung für die Herzog-Friedrich-Straße. Grundsätzlich waren die Gassen eng. Die Pfarrkirche (heutiger Dom) und der ehemalige dortige Friedhof lagen am Stadtrand, das Spital außerhalb der Stadtmauer in der Maria-Theresien-Straße. Größere Plätze bzw. Höfe gab es kaum. Am Stadtplatz lagen die Residenz des Landesfürsten, das Rathaus mit dem Stadtturm und schmucke Bürgerhäuser. 

Herzog-Friedrich-Straße

Herzog-Friedrich-StraßeSie war und ist heute noch die Hauptdurchzugsstraße und die breiteste Straße. Von Süden führte der Weg vom Brenner über Wilten und die Neustadt (heutige Maria-Theresien-Straße) durch das Vorstadttor in die Altstadt. Vor dem Goldenen Dachl bog die Hauptstraße dann rechtwinklig zum Inntor und weiter zur Innbrücke ab. Auf der nördlichen Innseite führte die Straße über die steile Höttinger Gasse und die Schneeburggasse weiter in Richtung Westen bzw. über St. Nikolaus, Mühlau, Arzl, Rum, Thaur in Richtung Osten nach Hall. Eine Abzweigung vor dem Goldenen Dachl nahm den Weg durch die Hofgasse zum Rumer- oder Saggentor bzw. Wappenturm in Richtung Saggen und weiter nach Osten.

Der Name Herzog-Friedrich-Straße entstand erst 1873. Die Straße ist benannt nach Herzog Friedrich IV. mit der leeren Tasche (1382-1439). Vorher hieß sie "Chramgasse" (Chramen = Krämerladen, vermutlich hölzerne Ladenvorbauten). Im 15. Jh. traten an die Stelle dieser Krämerläden die Lauben. Im Bereich vor dem Goldenen Dachl gab es den "Oberen Stadtplatz", vor der Ottoburg den "Unteren Stadtplatz", auch "Am Inntor" genannt.

Hofgasse (Flüsterbogen beim Burgriesenhaus)Hofgasse

Diese Gasse hieß einst "Rumergasse" und führte vom Stadtplatz in Richtung Osten zum Saggen bzw. über die Pradler Brücke nach Amras und über Ampaß nach Hall. Ab dem Bau der Hofburg unter Erzherzog Sigmund dem Münzreichen wird die Bezeichnung Hofgasse verwendet. Am Ausgang zum Stadtgraben stand einst das Saggen- oder Rumertor. Kaiser Maximilian I. ließ dort seinen berühmten Wappenturm erbauen. Im Burgriesenhaus wohnte im 15. Jahrhundert der Burgriese Niklas Haidl. Bekannt ist der dortige Flüsterbogen beim Eingang.

Kiebachgasse

Die Kiebachgasse verläuft parallel zur Herzog-Friedrich-Straße und diente als eine Art Entlastungsgasse für den Verkehr. Der nördliche Teil wurde nach dem dortigen Ballhaus einst als "Ballhausgasse" bezeichnet, der südliche Abschnitt als "Stadtschreibergasse" (Wohnsitz des Stadtschreibers), später als "Rindergasse" (Hinweis auf einen bis ins 17. Jahrhundert bestehenden Viehmarkt), nachher als "Schulgasse" (dort befand sich die Maria-Theresianische Normalschule).

Josef Kiebach war ein Wohltäter der Stadt. Einige schöne Wirtshausschilder weisen auf die Bedeutung der Gasthäuser für die Reisenden hin. Seilergasse

Seilergasse

Im 14. Jahrhundert taucht die Bezeichnung "Fleischergasse" auf, da diese Gasse zu einer der Fleischbänke am Inn führte. Im 17. Jahrhundert wurde die Gasse gelegentlich als "alte Fleischgasse", ab ca. 1780 dann als "Saillergasse" bezeichnet. Am Ausgang zum Stadtgraben befand sich das Frauen- oder Pickentor

Pfarrgasse

Die ehemalige "Kirchgasse" führte bis 1722/26 bis wenige Meter vor die Häuserzeile Domplatz 4-7 (Nr. 5 Wohnhaus des Bischofs). Nach dem Bau des barocken Jakobsdoms wurden die der Fassade gegenüberliegenden drei Häuser jedoch abgerissen und es entstand der Domplatz.

Badgasse (Stadtarchiv)Badgasse

Sie führt zum ehemaligen, ab 1350 nachweisbaren Unteren Stadtbad. Die Bezeichnung "Ofenlochgasse" kommt daher, dass in dieser Gasse eine ursprünglich öffentliche Backstube mit direktem Zugang von der Herzog-Friedrich-Straße lag, die "Ofenloch" genannt wurde. Die Badgasse machte einen Knick zum Inn, wodurch des westliche Stück abgewinkelt war. Etwas westlich des heutigen Ausgangs zum Inn lag das Tränkertörl (zwischen dem Alten Regierungsgebäude und dem heutigen Stadtarchiv), wo die Tiere (Schweine, Ziegen etc.) zur Tränke geführt wurden. 1572 wurde der Torturm abgetragen und der Ausgang zum Inn verschlossen. Erst 1833 erfolgte wieder eine Öffnung.

RiesengasseRiesengasse

Um ca. 1750 wurde die ehemalige "Judengasse" nach der Innsbrucker Kaufmannsfamilie Riß (Ries) in "Riesengasse" ("Risengaßl") umbenannt.

Stiftgasse

Stiftgasse und Schlossergasse folgen dem Halbrund der Stadtmauer. Ursprünglich waren beide viel breiter, doch dann wurden wegen Platzmangels an der Innenseite der Stadtmauer Häuser angebaut. Benannt ist die "Stiftgasse" nach dem 1765 gegründeten Adeligen Damenstift. Ab ca. 1530 trug sie den Namen "Stallgasse", da dort die Hofstallungen lagen (heute Innsbruck-Information). Im nördlichen Teil zur Hofburg hin bestand auch der Name "Judengasse" (hier lebte eine kleine jüdische Gemeinde) oder "Wappengasse" (wegen des zur Hofburg gehörigen Harnasch- oder Wappenhauses, in dem sich eine Waffenschmiede und eine Plattnerei befanden). Die Stiftgasse mündete ursprünglich nicht mit einem kleinen Platz in die Hofgasse. Kaiser Maximilian I. ließ das dortige Haus abreißen, wodurch diese platzartige Erweiterung entstand.

Schlossergasse

Diese Bezeichnung besteht seit 1873. Im 14. Jahrhundert hieß die Gasse "Peyrergasse", denn dort war ein Weinkeller des Klosters Benediktbeuern untergebracht. Um 1600 findet sich auch die Bezeichnung "Plattnergasse" als Hinweis auf einige Plattnerwerkstätten. Um 1856 wurde die Gasse auch "Judengasse" genannt.

Herzog-Otto-Straße

Herzog-Otto-StraßeOtto, Herzog von Andechs-Meranien, erbaute anfangs des 13. Jahrhunderts an der Stelle des Andechshofes seine Burg.

Herrengasse

Alte Bezeichnung nach dem Sitz verschiedener Ämter aus der Regierungszeit Erzherzog Ferdinands II.

Rennweg

Alter Renn- und Turnierplatz vor der Hofburg. Das Rennen war eine Art des Turniers.

MarktgrabenMarktgraben

Erinnert an den Verlauf des ehemaligen Stadtgrabens, der 1765 zugeschüttet wurde. 

Burggraben

Erinnert an den ehemaligen Stadtgraben, der 1765 zugeschüttet wurde.

Innrain

Alter Flurname für das Gelände von der Innbrücke am rechten Innufer flussaufwärts.

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