Platz vor dem Goldene Dachl

Kurz betrachtet - die Altstadt

Platz vor dem Goldenen Dach (Stadtplatz)

Hier befand sich der einstige Stadtplatz, hier zog über Jahrhunderte der Hauptverkehr zwischen Nord und Süd, Ost und West durch. Neben wöchentlichen Märkten, Turnieren, Versammlungen, Kundgebungen und Spielen verschiedenster Art fanden hier auch Hinrichtungen statt. Der Platz wird von den typischen Inn-Salzach-Häusern eingesäumt (schmal, hoch, weit zurückreichend, Laubengänge, Erker, Graben- und Muldendächer). Heute laden zahlreiche Cafés zum Verweilen ein.
Platz vor dem Goldenen Dachl

 

Neuhof und Goldenes Dachl

Herzog Friedrich IV. mit der leeren Tasche verlegte 1420 den Regierungssitz von Meran nach Innsbruck und ließ aus zwei angekauften Häusern den Neuhof als seine Residenz errichten. Auf Kaiser Maximilian geht um 1500 das Goldene Dachl zurück. Heute befinden sich hier das Standesamt und ein Museum.

Direkt über dem kleinen Brunnen ganz unten laden drollige Figuren zum Entdecken ein.

Im unteren Bereich des Goldenen Dachls befinden sich verschiedene Wappen (von links nach rechts): Österreich, Ungarn, doppelköpfiger Kaiseradler, einköpfiger deutscher Königsadler, Burgund (Erinnerung an Maximilians erste Gattin Maria von Burgund), Mailand (Schlange mit Kind, Erinnerung an seine zweite Gattin Bianca Maria Sforza; einer Sage nach soll in Mailand eine Schlange ein Kind aus einem brennenden Haus gerettet haben); an den Schmalseiten ganz links das Wappen der Steiermark, ganz rechts jenes von Tirol.

Darüber halten zwei Bannerträger links die Fahne des deutschen Königreiches und rechts jene von Tirol.

Auf der Brüstung sind verschiedene Reliefs zu erkennen. Die zwei in der Mitte stellen Kaiser Maximilian dar. Das linke mittlere zeigt neben dem Kaiser seine zweite Gattin Bianca Maria Sforza, rechts von ihr seine schon verstorbene erste Ehefrau Maria von Burgund. Bianca Maria Sforza aus Mailand, die in der Innsbrucker Hofburg wohnte, hält vor ihrer Schulter eine goldene Kugel, den Preis für die Sieger bei verschiedenen Wettbewerben. Maria von Burgund trägt die typische spitze Burgunderhaube. Im rechten mittleren Relief ist Maximilian mit einem Hofnarren und einem Minister zu erkennen. Die restlichen Reliefs zeigen Moreskentänzer. Bei diesem Tanz aus Spanien, der um 1500 sehr beliebt war, ging es um größtmögliche Bewegungsfähigkeit.

In der Loggia (eine Art Balkon) befinden sich an den Wänden verschiedene Malereien mit höfischen Szenen.

Nach oben wird der Prunkerker von 2657 vergoldeten Kupferschindeln abgeschlossen.

Neuhof mit Goldenem Dachl
Goldenes Dachl
Goldenes Dachl (Relief mit Kaiser Maximilian I. und seinen beiden Gattinnen)

 

Helblinghaus

Dieses ursprünglich gotische Bürgerhaus ist nach einem Besitzer benannt und um 1730 mit barockem Stuck überzogen worden. Es handelt sich um schweren, symmetrischen Stuck in zarten Farben mit Blumen, Engelsköpfen, Früchten etc. Wie bei vielen Altstadthäusern ist auch hier eine Kopie des bekannten Mariahilfbildes von Lucas Cranach zu finden, dessen Original im Hochaltar des Doms hängt.

Helblinghaus Helblinghaus (Stuck mit Kopie des Mariahilfbildes)

 

Historisches Rathaus und Stadtturm

Das Historische Rathaus geht bis in das 14. Jahrhundert zurück, doch 1897 zogen Bürgermeister und Stadtverwaltung in das Neue Rathaus (heutige Rathausgalerien) in der Maria-Theresien-Straße. Einige Ämter sind noch hier untergebracht.
Der Stadtturm wurde 1450 erbaut. Oben wohnte über Jahrhunderte der Türmer, der Ausschau nach Bränden in der Stadt und nach Feinden hielt. Der Besucher kann den Stadtturm besteigen und eine herrliche Aussicht genießen.

Altes (Historisches) Rathaus und Stadtturm Stadtturm

 

Reliefs am Café Katzung

Gegenüber dem Stadtturm liegt das Katzunghaus. Die Reliefs am Eckerker zeigen in den ersten beiden Stockwerken Turnierszenen, darüber Musikanten- und Tanzszenen, wie sie sich auf dem Stadtplatz davor zugetragen haben können. Bis Kaiser Maximilian I. fanden Turniere vor dem Neuhof bzw. Goldenen Dachl statt, dann wurden sie auf den Platz vor der Hofburg verlegt (Rennweg).

 

Gasthof Goldener Adler

Innsbruck besaß, wie jeder andere größere Ort früher, zahlreiche Gastbetriebe. Die Fuhrleute legten mit ihren Karren und Wägen pro Tag rund 30-35 Kilometer zurück. Gereist wurde nur bei Tag, für die Nacht suchten sie Schutz und Unterkunft in Gasthöfen. Solche Gasthöfe besaßen auch Ställe für die Unterbringung der Zugtiere.
Der Goldene Adler ist ein alter Traditionsgasthof. Unter den Lauben sind Marmortafeln zu erkennen, die an Andreas Hofer erinnern. Andere Marmortafeln mit Inschriften weisen auf berühmte Gäste hin.

Katzunghaus (Turnierszene)
Gasthof Goldener Adler - Lauben

 

Altes Regierungsgebäude

Gegenüber dem Gasthof Goldener Adler erstreckt sich der einheitliche Bau des Alten Regierungsgebäudes, wo sich Justiz und Verwaltung für Tirol und die Vorlande befanden. Unter Vorlande verstand man den Streubesitz der Habsburger westlich des Arlbergs in Vorarlberg, der Schweiz und Südwestdeutschland.

 

Ottoburg

Der einstige Wohnturm, in dem heute ein Gasthaus untergebracht ist, war Teil der mittelalterlichen Burg der Grafen von Andechs. Das Gebäude stand lange Zeit leer und erhielt deshalb die Bezeichnung „Ödturm“ (öd = leer), wurde aber dann fälschlicherweise mit Otto I. von Andechs in Verbindung gebracht.

 

Andechshof

Hier entstand südlich der Innbrücke 1180 die Burg der Grafen von Andechs. Nach ihrer Verwendung als Waffenlager in der Zeit Kaiser Maximilians I. und später als Kaserne ist heute der Landesschulrat hier untergebracht.

Ottoburg (links) und Altes Regierungsgebäude (rechts)
Innbrücke mit Andechshof

 

Innbrücke – Stadtteile St. Nikolaus und Mariahilf

Auf der gegenüberliegenden nördlichen Innseite erstrecken sich heute die Stadtteile St. Nikolaus (rechts, gegen Osten) und Mariahilf (links, gegen Westen). Dort ist der Ursprung Innsbrucks durch die Grafen von Andechs zu sehen. Als 1133 ihre Burg Ambras zerstört wurde, gründeten sie eine Siedlung auf der nördlichen Seite des Inn und bauten eine Brücke. Da der Platz jedoch beengt war, gründeten sie 1180 mit der Altstadt südlich der Brücke das eigentliche Innsbruck.

Stadtteil Mariahilf von der Innbrücke aus

 

Kiebachgasse

Beim Gasthof Goldener Adler zweigt die Kiebachgasse ab, benannt nach einem Wohltäter der Stadt im 19. Jahrhundert. Hier fallen an den Häusern vor allem mehrere Kopien des Mariahilfbildes von Lucas Cranach auf. An der Kreuzung mit der Seilergasse sind vier Gasthofschilder zu erkennen: Roter Adler, Goldener Löwe, Goldener Hirsch und Weißes Rössl. Der Volksmund nennt diesen Platz deshalb „Vier-Vieher-Eck“. Am südlichen Ende der Kiebachgasse steht rechts das Wohnhaus der barocken Baumeisterfamilie Gumpp, deren Mitglieder in Innsbruck etwa das Alte Landhaus, die Johanneskirche und verschiedene Palais erbauten.
Gumpphaus (Café Munding)

 

Hofzwerg T(h)omeleHofgasse

Schon fast am Ende der Gasse zum Ausgang zur Hofkirche steht rechts das Burgriesenhaus mit einer leere Nischen im ersten Obergeschoss. Hier stand einst die Statue des Hofriesen Niklas Haidl, die sich heute im ersten Stock des Alten (Historischen) Rathauses befindet. Der Riese war 2,22 m groß. Besonders interessant ist bei diesem Haus jedoch der Eingangsbogen, der als Flüsterbogen bezeichnet wird. Flüstert jemand einige Worte in eine der beiden Hohlkehlen, kann eine zweite Person diese Worte auf der anderen Seite des Bogens gut hören.

Beim nächsten Haus (Eckhaus zur Stiftsgasse) ist die Abbildung eines Hofzwergs („Hofzwerg Thomele“), der in Schloss Ambras die fürstlichen Gäste unterhalten musste.

Gegenüber erstreckt sich die Hofburg mit dem großen Innenhof.

Unter dem einstigen Wappenturm gelangt man zum ehemaligen Stadtgraben und zur Hofkirche. Kaiser Maximilian I. ließ den Turm erbauen und an der Außenseite mit den Wappen jener Länder schmücken, die er tatsächlich besaß, aber auch von manchen, die er nur beanspruchte. Im Durchgang ist eine Abbildung zu sehen.

Burgriesenhaus mit Flüsterbogen
Flüsterbogen beim Burgriesenhaus


Dom zu St. Jakob und Domplatz

Gnadenbild Mariahilf von Lucas Cranach d. Älteren (um 1537)Schon mit der Entstehung der Altstadt im Jahre 1180 entstand bald eine Kirche, die dem hl. Jakobus dem Älteren geweiht wurde. Dieser ist in Santiago de Compostela in Nordspanien begraben und ein wichtiges Pilgerziel. Eine der Pilgerstraßen quer durch Europa führte durch das Inntal.

Die heutige Kirche stammt aus der Zeit um 1720 im Stil des Barock. Baumeister sind die Füssener Johann Jakob Herkomer und Johann Georg Fischer. Typisch barock sind die einschwingende Fassade, der aufgeschwungene Giebel und die ovalen Fenster, Ochsenaugen genannt.

Das Kircheninnere ist von Licht durchflutet. In den Fresken des bayerischen Künstlers Cosmas Damian Asam sind Szenen mit dem hl. Jakobus dargestellt. Es handelt sich um Illusionsmalerei (Täuschungsmalerei), da die Kuppeln bei weitem nicht so hoch sind, wie sie erscheinen.

Im Hochaltar befindet sich das berühmte Mariahilfbild von Lucas Cranach dem Älteren, eine Maria mit dem Jesukind, wobei vor allem die innige Liebe zwischen beiden meisterhaft dargestellt ist.

Dom zu St. Jakob (Fresko mit dem hl. Jakobus d. Älteren)Im linken Querschiff fällt das Hochgrab des Tiroler Landesfürsten Erzherzog Maximilian III. des Deutschmeisters auf, der oben auf der Platte mit dem hl. Georg kniet. Der hl. Georg ist neben dem hl. Josef der zweite Landespatron Tirols.

Vor dem Dom erstreckt sich ein weiter Platz mit einer Grünfläche.

Im Jahre 1964 wurde Innsbruck eine eigene Diözese, die einstige Pfarrkirche zum Dom (Bischofskirche) erhoben.

Dom zu St. Jakob
Dom zu St. Jakob
Dom zu St. Jakob (Grabmal von Erzherzog Maximilian III. dem Deutschmeister)

 

Die Hofburg

Am einstigen Stadtrand begann Erzherzog Sigmund der Münzreiche mit dem Bau einer Wohnburg, die unter Kaiser Maximilian I. fertiggestellt wurde.

Maria Theresia gab im 18. Jahrhundert den Auftrag zum Umbau im Stil des Rokoko. Es handelt sich um einen der einstigen Sitze der Tiroler Landesfürsten. Zu besichtigen sind die Schauräume: Kapelle (Sterbezimmer von Kaiser Franz I. Stephan von Lothringen, Gatte Maria Theresias), Riesensaal (unter Kaiser Maximilian I. waren hier angeblich Riesen abgebildet, seit Maria Theresia Porträts ihrer Familie und Deckengemälde mit den Reichtümern des Landes Tirol vom Maler Franz Anton Maulbertsch), Blauer Salon, Rosa Salon, Lothringerzimmer u. a.

Im Jahre 1765 war Maria Theresia in Innsbruck, da ihr Sohn Erzherzog Leopold hier die spanische Prinzessin Maria Ludovica heiratete. Im Zuge der Hochzeitsfeierlichkeiten starb der Gatte Maria Theresias, Kaiser Franz I. Stephan von Lothringen.

Hofburg
Hofburg (Riesensaal)


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