Erzherzog Sigmund der Münzreiche

Frühe Jahre 1427 wurde Sigmund als Sohn Herzog Friedrichs IV. ("mit der leeren Tasche") von Österreich und seiner zweiten Gattin Anna von Braunschweig geboren. Da er beim Tod seines Vaters erst zwölf Jahre alt war und laut Habsburgergesetz erst mit sechzehn Jahren volljährig wurde, übernahm Herzog Friedrich von der Steiermark (der spätere Kaiser Friedrich III. und Vater von Kaiser Maximilian I.) die Vormundschaft und holte ihn nach Graz. Friedrich hatte großes Interesse an Tirol, da es durch Handel, Verkehr und Bodenschätze ein einträgliches Land war. Mit sechzehn Jahren wurden Sigmund volljährig, doch erst mit neunzehn Jahren gab Friedrich ihn heraus, nachdem die Tiroler Stände mit Krieg gedroht hatten. 1446 übernahm Sigmund die Regierung über Tirol und die Vorlande (Streubesitz im heutigen Schwaben, Württemberg, Elsass, der Schweiz, Vorarlberg) von Innsbruck aus. Sigmund wohnte zunächst im Neuhof seines Vaters (Goldenes-Dachl-Gebäude), ließ dann aber die Hofburg erbauen, die Kaiser Maximilian später wenig veränderte. 1477 ernannte Kaiser Friedrich III. Sigmund zum Erzherzog. Sigmunds Frauen Sigmund sollte die französische Königstochter Radegunde heiraten, doch diese starb schon vorher vor der Heirat im Jahre 1445. 1449 heiratete er in Meran Eleonore von Schottland. Während seiner häufigen Abwesenheit führte sie die Regierung, sprach Recht und hatte politisch gesehen großen Einfluss. Sie war sehr kunstsinnig und machte den Innsbrucker Hof zu einem kulturellen Zentrum. Die Ehe blieb kinderlos. 1480 starb Eleonore. 1484 vermählte sich der 57-jährige Erzherzog mit der 16-jährigen Katharina von Sachsen. Sie widmete sich eher der Jagd und den Vergnügungen. Auch diese Ehe blieb kinderlos. Konflikt mit Nikolaus Cusanus Über viele Jahre zog sich der Konflikt zwischen dem Landesfürsten und Nikolaus Cusanus hin, dem damaligen Bischof von Brixen und bedeutenden Gelehrten. Cusanus befasste sich als Rechtsgelehrter intensiv mit alten Dokumenten und fand heraus, dass im 11. Jh. Kaiser Konrad II. Gebiete im Inn-, Eisack- und Pustertal an die Bischöfe von Brixen und Trient nur verliehen, jedoch nicht geschenkt hatte. Diese Bischöfe hatten die ihnen verliehenen Gebiete jedoch wieder an verschiedene Grafengeschlechter als Lehen weitergegeben. Letztendlich wurden die Grafen von Tirol Herrscher über weite Teile des "Landes im Gebirge", wie Tirol damals bezeichnet wurde. Somit waren die Grafen von Tirol nur Lehensträger der Bischöfe und Tirol gehörte nicht ihnen. Sigmund wehrte sich vehement dagegen und ging gegen Nikolaus Cusanus gewalttätig vor. Ruhe gab es erst nach dem Tod des Bischofs. Die große Münzreform 1477 verlegte Sigmund die Münzstätte von Meran nach Hall, da sich die großen Silber- und Kupfervorkommen im nahen Schwaz befanden und Hall wegen der Türkengefahr viel sicherer als Meran war. Zudem konnte Hall von der Residenzstadt Innsbruck bequem und schnell erreicht werden. 1486 führte der Erzherzog in Hall eine große Münzreform durch - die Prägung eines Silberguldens im Wert eines Goldguldens. Silber gab es in Tirol genug, Gold war sehr selten. Anfang des 16. Jahrhunderts ließ der Silberreichtum in Tirol jedoch nach, die Prägung des Silberguldens wurde im böhmischen Joachimstal aufgenommen. Dort nannte man die Silbermünzen "Joachimstaler", später nur mehr "Taler". Diese Bezeichnung lebt heute noch im Wort "Dollar" weiter. Kriege und Streitigkeiten Besonders gespannt war das Verhältnis zu Bayern. 1474 konnten die langen Streitigkeiten mit der Schweizer Eidgenossenschaft um Gebiete in den Vorlanden (Streubesitz westlich des Arlberg) in einem Friedensvertrag beigelegt werden. 1487 begann Sigmund einen sinnlosen Angriffskrieg gegen Venedig, der letztendlich nichts für Tirol brachte. Hofleben in Innsbruck - Probleme Der Erzherzog führte ein prächtiges Hofleben und war sehr freigebig. Seine beiden Ehen blieben kinderlos, doch soll er über 50 uneheliche Kinder gehabt haben, die er finanziell gut unterstützte. Innsbruck wurde nicht nur zu einem künstlerischen, sondern auch zu einem politischen Zentrum. Durch das Wochenmarktprivileg und die Abhaltung der Landtage wurde die Stadt stark aufgewertet. Tirol war durch den Nord-Süd-Handel und die Bodenschätze sehr reich. Von Innsbruck aus wurden auch die auch für die Vorlande verwaltet. Als der Erzherzog wegen seines großen Geldbedarfs Teile der Vorlande (Streubesitz der Habsburger östlich des Arlbergs in Vorarlberg, der Schweiz und Südwestdeutschland) an Bayern verpfändete, griffen die Landstände, Kaiser Friedrich III. und dessen Sohn Maximilian ein. 1490 bewogen sie Sigmund zur Abtretung seiner Gebiete an Erzherzog Maximilian (später Kaiser Maximilian I.). Dieser übernahm die Regierung in Tirol und sorgte für Ordnung. Sigmund jedoch blieb weiterhin bis zu seinem Tod 1496 in Innsbruck. Tirol war jedoch beim Tod des Erzherzogs stark verschuldet. Sigmund fand in der Fürstengruft in Stift Stams seine letzte Ruhe. Mit ihm endet die erste Linie der Tiroler Habsburger (Herzog Friedrich IV. und Erzherzog Sigmund). Einige Erinnerungen Heute erinnern noch die Reste einiger Burgen und Schlösser an ihn: Sigmundsburg im Fernsteinsee, Sigmundsried in Ried im Oberinntal, Sigmundslust bei Vomp, Sigmundskron bei Bozen u. a. Er stiftete auch viele Kirchen und Ausstattungsgegenstände. Sein Hofmaler war Ludwig Konraiter, von dem noch Tafelbilder erhalten sind. In Innsbruck: Sigismundische Hofburg, Wappenstein am Goldenen-Dachl- Gebäude (mit Wappen von Tirol, Sachsen, dem österreichischen Bindenschild), Muttergottes-Statue mit Wappen von Österreich und Sachsen und der Abbildung von Sigmund und seinem Vater Friedrich IV. im Servitenkloster, Altar von St. Sigmund im Sellraintal (im Stift Wilten), eine Glocke in der Pfarrkirche Amras, Bronzestatue in der Hofkirche in Innsbruck, Straßenname. Burg Sigmundsried (Ried im Oberinntal), Burg Sigmundslust (Vomp), Sigmund - Stiftskirche Stams, Wappenstein am Münzertor der Burg Hasegg in Hall in Tirol
Eindeutig bewiesen ist Sigmunds Sterbeszene: Vor seinem Tod ließ er sich drei Becken mit Münzen an sein Bett bringen, "weil sein Gnad noch einmal in ein Silber greifen wollt", doch das Geld war aufgeliehen.

Geschichte

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Erzherzog

Sigmund

der

Münzreiche

Frühe Jahre 1427 wurde Sigmund als Sohn Herzog Friedrichs IV. ("mit der leeren Tasche") von Österreich und seiner zweiten Gattin Anna von Braunschweig geboren. Da er beim Tod seines Vaters erst zwölf Jahre alt war und laut Habsburgergesetz erst mit sechzehn Jahren volljährig wurde, übernahm Herzog Friedrich von der Steiermark (der spätere Kaiser Friedrich III. und Vater von Kaiser Maximilian I.) die Vormundschaft und holte ihn nach Graz. Friedrich hatte großes Interesse an Tirol, da es durch Handel, Verkehr und Bodenschätze ein einträgliches Land war. Mit sechzehn Jahren wurden Sigmund volljährig, doch erst mit neunzehn Jahren gab Friedrich ihn heraus, nachdem die Tiroler Stände mit Krieg gedroht hatten. 1446 übernahm Sigmund die Regierung über Tirol und die Vorlande (Streubesitz im heutigen Schwaben, Württemberg, Elsass, der Schweiz, Vorarlberg) von Innsbruck aus. Sigmund wohnte zunächst im Neuhof seines Vaters (Goldenes-Dachl-Gebäude), ließ dann aber die Hofburg erbauen, die Kaiser Maximilian später wenig veränderte. 1477 ernannte Kaiser Friedrich III. Sigmund zum Erzherzog. Sigmunds Frauen Sigmund sollte die französische Königstochter Radegunde heiraten, doch diese starb schon vorher vor der Heirat im Jahre 1445. 1449 heiratete er in Meran Eleonore von Schottland. Während seiner häufigen Abwesenheit führte sie die Regierung, sprach Recht und hatte politisch gesehen großen Einfluss. Sie war sehr kunstsinnig und machte den Innsbrucker Hof zu einem kulturellen Zentrum. Die Ehe blieb kinderlos. 1480 starb Eleonore. 1484 vermählte sich der 57- jährige Erzherzog mit der 16- jährigen Katharina von Sachsen. Sie widmete sich eher der Jagd und den Vergnügungen. Auch diese Ehe blieb kinderlos. Konflikt mit Nikolaus Cusanus Über viele Jahre zog sich der Konflikt zwischen dem Landesfürsten und Nikolaus Cusanus hin, dem damaligen Bischof von Brixen und bedeutenden Gelehrten. Cusanus befasste sich als Rechtsgelehrter intensiv mit alten Dokumenten und fand heraus, dass im 11. Jh. Kaiser Konrad II. Gebiete im Inn-, Eisack- und Pustertal an die Bischöfe von Brixen und Trient nur verliehen, jedoch nicht geschenkt hatte. Diese Bischöfe hatten die ihnen verliehenen Gebiete jedoch wieder an verschiedene Grafengeschlechter als Lehen weitergegeben. Letztendlich wurden die Grafen von Tirol Herrscher über weite Teile des "Landes im Gebirge", wie Tirol damals bezeichnet wurde. Somit waren die Grafen von Tirol nur Lehensträger der Bischöfe und Tirol gehörte nicht ihnen. Sigmund wehrte sich vehement dagegen und ging gegen Nikolaus Cusanus gewalttätig vor. Ruhe gab es erst nach dem Tod des Bischofs. Die große Münzreform 1477 verlegte Sigmund die Münzstätte von Meran nach Hall, da sich die großen Silber- und Kupfervorkommen im nahen Schwaz befanden und Hall wegen der Türkengefahr viel sicherer als Meran war. Zudem konnte Hall von der Residenzstadt Innsbruck bequem und schnell erreicht werden. 1486 führte der Erzherzog in Hall eine große Münzreform durch - die Prägung eines Silberguldens im Wert eines Goldguldens. Silber gab es in Tirol genug, Gold war sehr selten. Anfang des 16. Jahrhunderts ließ der Silberreichtum in Tirol jedoch nach, die Prägung des Silberguldens wurde im böhmischen Joachimstal aufgenommen. Dort nannte man die Silbermünzen "Joachimstaler", später nur mehr "Taler". Diese Bezeichnung lebt heute noch im Wort "Dollar" weiter. Kriege und Streitigkeiten Besonders gespannt war das Verhältnis zu Bayern. 1474 konnten die langen Streitigkeiten mit der Schweizer Eidgenossenschaft um Gebiete in den Vorlanden (Streubesitz westlich des Arlberg) in einem Friedensvertrag beigelegt werden. 1487 begann Sigmund einen sinnlosen Angriffskrieg gegen Venedig, der letztendlich nichts für Tirol brachte. Hofleben in Innsbruck - Probleme Der Erzherzog führte ein prächtiges Hofleben und war sehr freigebig. Seine beiden Ehen blieben kinderlos, doch soll er über 50 uneheliche Kinder gehabt haben, die er finanziell gut unterstützte. Innsbruck wurde nicht nur zu einem künstlerischen, sondern auch zu einem politischen Zentrum. Durch das Wochenmarktprivileg und die Abhaltung der Landtage wurde die Stadt stark aufgewertet. Tirol war durch den Nord- Süd-Handel und die Bodenschätze sehr reich. Von Innsbruck aus wurden auch die auch für die Vorlande verwaltet. Als der Erzherzog wegen seines großen Geldbedarfs Teile der Vorlande (Streubesitz der Habsburger östlich des Arlbergs in Vorarlberg, der Schweiz und Südwestdeutschland) an Bayern verpfändete, griffen die Landstände, Kaiser Friedrich III. und dessen Sohn Maximilian ein. 1490 bewogen sie Sigmund zur Abtretung seiner Gebiete an Erzherzog Maximilian (später Kaiser Maximilian I.). Dieser übernahm die Regierung in Tirol und sorgte für Ordnung. Sigmund jedoch blieb weiterhin bis zu seinem Tod 1496 in Innsbruck. Tirol war jedoch beim Tod des Erzherzogs stark verschuldet. Sigmund fand in der Fürstengruft in Stift Stams seine letzte Ruhe. Mit ihm endet die erste Linie der Tiroler Habsburger (Herzog Friedrich IV. und Erzherzog Sigmund). Einige Erinnerungen Heute erinnern noch die Reste einiger Burgen und Schlösser an ihn: Sigmundsburg im Fernsteinsee, Sigmundsried in Ried im Oberinntal, Sigmundslust bei Vomp, Sigmundskron bei Bozen u. a. Er stiftete auch viele Kirchen und Ausstattungsgegenstände. Sein Hofmaler war Ludwig Konraiter, von dem noch Tafelbilder erhalten sind. In Innsbruck: Sigismundische Hofburg, Wappenstein am Goldenen-Dachl-Gebäude (mit Wappen von Tirol, Sachsen, dem österreichischen Bindenschild), Muttergottes- Statue mit Wappen von Österreich und Sachsen und der Abbildung von Sigmund und seinem Vater Friedrich IV. im Servitenkloster, Altar von St. Sigmund im Sellraintal (im Stift Wilten), eine Glocke in der Pfarrkirche Amras, Bronzestatue in der Hofkirche in Innsbruck, Straßenname. Burg Sigmundsried (Ried im Oberinntal), Burg Sigmundslust (Vomp), Sigmund - Stiftskirche Stams, Wappenstein am Münzertor der Burg Hasegg in Hall in Tirol
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